Es gibt Maler, die beobachten. Und es gibt Maler, die beobachten und wissen.
Adam Jankowski gehört zur zweiten Kategorie. Und das merkt man schnell. Sehr schnell.

Er betritt den Raum nicht – er nimmt ihn ein. Ein General der Malerei. Einer, bei dem man im ersten Moment denkt: Das ist jetzt aber sehr viel Selbstgewissheit auf einmal. Und fünf Minuten später denkt man: Verdammte Axt.

Geboren 1948 in Danzig, ausgebildet in Wien und Hamburg, später Professor in Offenbach – das ist die offizielle Version. Meine inoffizielle lautet: ein Gedächtnis wie ein Archiv, eine Orientierung wie ein Kompass und malerische Urteile, die sitzen.

Jankowski malt Welt. Aber er traut ihr nicht. Seine Malerei ist kein Fenster. Kein Blick nach draußen. Kein „Da ist die Welt, bitte sehr“. Seine Bilder sind Lageberichte. Zustandsprotokolle. Welt unter Beobachtung. Und Gnade dem, der beobachtet wird. Er wird sich erkennen. Viele Grüße an das Kanzleramt.

Andere Werke sperren sich gegen eine unmittelbare Erkenntnis. Sie wirken auf den ersten Blick ästhetisch, um Momente später den Betrachter mit einem Leberhaken auf die Bretter zu schicken. Eine bunte Kritik an der nichtssagenden Dekoration die uns von Tag zu Tag mehr einlullt. Wegführt von der Wahrheit, was auch immer das ist.

Jankowski malt seine Gewissheit, dass schon lange nichts mehr echt ist – außer vielleicht die Kunst. Und auch dort hackt er gerne einmal in die Koloraturen. Und sein Urteil über den Zustand? Eine eigentümliche Mischung aus Präzision und Endgültigkeit. Keine weichgespülten Formulierungen, kein „man könnte vielleicht“.

Und noch etwas: Jankowski kennt die Kunstgeschichte nicht – er trägt sie mit sich herum. Verinnerlicht. Abrufbar. Anwendbar. Wenn er spricht, verschieben sich Dinge. Kontexte werden klar, Zusammenhänge eng.

Wie in seinen Bildern.

Jankowskis Malerei weiß, wo sie steht. Nämlich hinter Jankowski und vor uns.

Heruntergebrochen behaupte ich: Adam Jankowski malt nicht, was ist. Er malt, in welchem Zustand es ist. In welchem Zustand Welt ist – und er lässt keinen Zweifel daran.