Raguel – die Waage

Nicht Vorteil. Nicht Willkür.

Gerechtigkeit ist unerquicklich, weil der eigene Vorteil kein Argument ist. Gerechtigkeit beginnt dort, wo Nähe nichts nützt, Macht nichts zählt und Sympathie kein Maß sein darf.

Nicht im Reflex. Nicht in der Parteinahme aus Bequemlichkeit. Sondern in der Bereitschaft, Unterschiedliches nicht willkürlich zu behandeln und dem Eigenen nicht mehr Gewicht zu geben, nur weil es das Eigene ist. Gerechtigkeit ist Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Handeln.

Die Waage ist ein Sinnbild aus altem Bestand. Sie ist die Form des Maßes. Sie trennt nicht Gut von Böse wie in einer naiven Ordnung der Welt, sondern Recht von Zugriff und Urteil von Willkür.

Haben wir noch Empfang?