Michael – das Schwert

Bis hierhin. Nicht weiter.

In einer Gegenwart, die alles bespricht, weichzeichnet und so lange einordnet, bis auch der letzte Unsinn als Perspektive durchgeht, wirkt Haltung zu hart, zu unbequem, zu eindeutig für alle, die ihr Rückgrat gern als flexible Kernkompetenz missverstehen.

Haltung beginnt dort, wo das Ausweichen aufhört. Nicht im Lärm. Nicht in der heroischen Geste für Zuschauer mit Rotweinglas. Sondern in der schlichten, unerquicklich klaren Entscheidung, dem Druck nicht nachzugeben — auch dann nicht, wenn die Masse bereits nickt, die Angst bereits argumentiert und Feigheit sich als Vernunft verkleidet hat.

Hier ist das Schwert kein Ornament. Es trennt nicht Gut von Böse wie in einem billigen Heiligenbild, sondern das Zulässige vom Unzulässigen, wahre Haltung von ihrem ständigen Ersatzbetrieb.

Haben wir noch Empfang?